Mehr Transparenz für mehr Qualität

Die Mitarbeiter der RKiSH führen jedes Jahr rund 120.000 Einsätze durch. Diese große Menge an Fällen birgt wertvolle Informationen für die Optimierung der Versorgungstrategien. Erst die digitale Auswertung dieser anonymisierten Daten ermöglicht uns ein medizinisches Controlling.

Bislang haben wir unsere Einsätze von Hand in Formularen dokumentiert – seit Ende September 2014 laufen Feldtests, in denen wir unterschiedliche Systeme zum digitalen Datenmanagement testen. An drei Rettungswachen im Kreis Rendsburg-Eckernförde erfassen und verarbeiten die Rettungsassistenten und Notfallsanitäter jetzt mit mobilen Geräten die Daten der Patienten. So werden die Informationen der elektronischen Gesundheitskarte direkt in die Handheld-Computer geladen und um die Einsatzzeiten aus der Leitstelle sowie alle Daten zur medizinischen Behandlung ergänzt.

Verbesserungspotentiale erkennen

Die Digitalisierung der Daten ist kein Selbstzweck. Mittelfristig wollen wir so unsere Patienten messbar besser versorgen. Die Weichen dafür stellt die aktuelle Landesverordnung zur Durchführung des Rettungsdienstgesetzes (DVO-RDG) in Schleswig-Holstein, die seit Anfang 2014 gilt. Die Verordnung sieht nun ausdrücklich eine elektronische Dokumentation (§ 1) vor und regelt zudem in einem neuen Paragrafen ein landesweites Qualitätsmanagement aller Rettungsdienste, „um daraus mögliche Verbesserungen zu ermitteln und deren Umsetzung zu realisieren“ (§ 14, Abs. 1).

Das digitale Datenmanagement bietet mehrere Vorteile. Zum einen lassen sich Datensätze zusammenführen, die vorher nur einzeln vorlagen, wie die Alarmierungsdaten der Leitstelle und die medizinische Dokumentation im Einsatz. Zum anderen ermöglicht es eine einsatzbegleitende Zeiterfassung der einzelnen Schritte: Wann wurden welche Medikamente gegeben? Wann welche Maßnahmen getroffen? Mit diesen Daten kann die RKiSH Einsätze unter Berücksichtigung der Diagnosen genau evaluieren und so die Abläufe optimieren. Denn Notfallversorgung ist immer auch Zeitmanagement.

Auch die Wirtschaftlichkeit des Rettungsdienstes soll durch die digitalen Daten optimiert werden. So ließe sich die Vorhaltung des Materials anhand detaillierter Verbrauchsstatistiken effizienter planen, die Fahrzeugvorhaltung exakter dem Bedarf anpassen oder auch die Disposition der Rettungsmittel anhand rechnerischer Modelle vorausschauender steuern.

Unterstützung für die Mitarbeiter

Eine bessere Qualitätskontrolle und damit die bestmögliche Behandlung für den Patienten sind das oberste Ziel. Aber auch für die Mitarbeiter bringt die Vernetzung Vorteile. So lassen sich zum Beispiel Medikamentenlisten, medizinische Nachschlagewerke oder Informationen über Gefahrgüter schnell und immer aktuell über den Computer abrufen. Die Rettungsassistenten können sich außerdem die in der RKiSH bereits etablierten Algorithmen für verschiedene Notfälle anzeigen lassen. Außerdem vereinfacht die digitale Bearbeitung die Abrechnung der Einsätze und entlastet die Mitarbeiter bei dieser Aufgabe.

An der Krankenhaustür endet allerdings vorerst die digitale Datenerfassung: Erforderliche Schnittstellen zu den Systemen der Klinken fehlen noch. Deshalb wird die Dokumentation der medizinischen Maßnahmen am Ende eines Einsatzes ausgedruckt und den Ärzten im Krankenhaus wie bisher in Papierform übergeben. Dafür haben die Fahrzeuge alle einen kompakten Thermodrucker an Bord.

Datensicherheit und Datenschutz

Bei der Übertragung der Daten richtet sich die RKiSH streng nach den Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen, die Auswertung erfolgt anonymisiert. Und falls der Handheld-Computer an Bord des Rettungswagens einmal ausfallen sollte, können die Rettungsassistenten und Notfallsanitäter jederzeit auf die alten Papierprotokolle zurückgreifen.

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