Für die Patienten: Mitarbeiter schützen und stärken

Wer für andere sorgen soll, muss auch selbst Fürsorge erfahren. Unsere Mitarbeiter stehen immer für unsere Patienten bereit. Und wir für unsere Mitarbeiter. Denn der Beruf erfordert ein Höchstmaß an körperlicher und geistiger Konzentration.

Rettungsassistenten und Notfallsanitäter arbeiten oft mit vollem Einsatz: Sie heben, versorgen und beruhigen verletzte Patienten, sie erleben belastende Situationen, stehen regelmäßig mitten in der Nacht auf, arbeiten unter Stress. Das ist ihr Job. Ihre Kraft müssen sie dabei selbst dosieren.

Gespräch: Personalchefin A. Hoyer

3 Fragen an

Claudia Manke

Teamleiterin SbE

Lässt sich das SbE-Angebot bei der RKiSH in einem Satz beschreiben?

Auf Anforderung leisten wir Einsatznachsorge für Kollegen nach belastenden Ereignissen, um so vorzubeugen, dass sich schlimme Erlebnisse im Einsatz auf das psychosoziale Befinden auswirken.

Wollen die meisten nicht lieber alleine oder privat schwierige Erlebnisse verarbeiten?

Selbsthilfe alleine oder zu Hause ist erfahrungsgemäß schwierig. Die Kollegen werden immer offener für unser Angebot, die Zeiten von „Das muss man aushalten können“ sind zum Glück vorbei.

Gibt es auch bei einem so sensiblen Thema Austausch mit anderen SbE-Kräften?

Ja, in Deutschland sind rund 70 Teams in der Bundesvereinigung SbE e. V. organisiert. Ich selbst bin im Bundesvorstand tätig. Jährlich findet in Witten eine Jahrestagung statt, dort treffen sich diverse SbE-ler zum Austausch und zu Fachvorträgen.

Als Arbeitgeber helfen wir ihnen aber mit vielfältigen Maßnahmen dabei, gesund zu bleiben. Denn unsere Mitarbeiter sind das Herzstück unseres Unternehmens. Wir geben also unser Bestmögliches, um unsere Mitarbeiter ein Berufsleben lang bei uns zu halten. Basis dafür sind strategische Entscheidungen der Unternehmensleitung, die von verschiedenen Teams umgesetzt werden. Dazu zählen nicht nur die Teams Arbeitssicherheit, Gesundheitsmanagement oder Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SbE). In allen Abteilungen ist das Bewusstsein für den Schutz der Mitarbeiter tief verankert. So kommt bei der Beschaffung neuer Ausrüstung – neben wirtschaftlichen und medizinischen Gesichtspunkten – der Ergonomie eine hohe Bedeutung zu. Und die Dienstplan-Ausgestaltung stellt nicht nur den Dienstbetrieb sicher, sondern nimmt auch Rücksicht auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter.

Rücken stärken in sicherem Umfeld

Uns ist wichtig, unsere Mitarbeiter im ganzen Einsatzgeschehen so gut wie möglich zu schützen. Dazu gehört der richtige Umgang mit Gefahrstoffen genauso wie eine gute persönliche Schutzausrüstung und technische Unterstützung bei schweren Arbeiten. Rund 200 Tonnen Gewicht heben Notfallsanitäter und Rettungsassistenten im Schnitt innerhalb eines Jahres. Trotz unserer elektrohydraulischen Trage, die wir zur Reduzierung dieser Last auf jedem neuen Rettungswagen standardmäßig einbauen lassen, lernen unsere Mitarbeiter in regelmäßigen Fortbildungen und in unserem kostenlosen Angebot einer Rückenschule das ergonomisch richtige Tragen.

Hautpflege – professionell und individuell

Arbeitsschutz fängt bei der RKiSH aber auch im Kleinen an. Etwa bei der Pflege der Haut. Die kann durch das Tragen der Untersuchungshandschuhe bei jedem Einsatz und durch die intensive Nutzung von Desinfektionsmittel angegriffen werden. Deshalb kontrolliert der Betriebsarzt regelmäßig die Haut der Mitarbeiter und berät zur richtigen Pflege. Und damit die Dienstkleidung mit Hautkontakt (etwa Hose und Poloshirt) sowie die Waschmittel der Kleidung bestmöglichen Komfort bieten, sind Kleidung und zertifizierte Reinigungsverfahren allergologisch getestet. Wenn doch mal ein Mitarbeiter Probleme mit den Einweghandschuhen oder der Dienstkleidung hat, werden für ihn andere Modelle angeschafft.

Nachsorge für die Psyche: SbE

Außer dem Körper kann im Einsatzdienst auch die Psyche angegriffen werden. So können unterschiedlichste Einsätze für den Einzelnen schwierig sein. Von Beginn an ist bei der RKiSH die SbE ein Teil der primären Prävention. 2007 wurde personell aufgestockt, und weitere Mitarbeiter wurden intensiv geschult.

Inzwischen gibt es für die Einsatznachsorge in jedem der vier Kreise des Versorgungsgebiets jeweils ein Team mit rund zehn Kollegen. Denn wir wollen eine durchgehend professionelle Nachsorge sicherstellen. So sind auch eigene Unterrichtseinheiten an unserer RKiSH-Akademie zum Thema Stressbearbeitung und Belastungsreaktionen sowie regelmäßige Vorträge umsetzbar.

SbE bei der RKiSH

Claudia Manke
Telefon: 0172.408 42 60
E-Mail: c.manke@rkish.de

Downloads

Diese Seite empfehlen