Rettungsdienst mit Perspektiven – bei der RKiSH

Die Arbeit als Rettungsassistent und Notfallsanitäter ist anspruchsvoll, denn sie ist abwechslungsreich und geprägt von hoher Verantwortung. Und die RKiSH entwickelt sich dynamisch weiter. Angela Hoyer, Leiterin des Fachbereiches Personalmanagement und Unternehmenskommunikation, über den Arbeitgeber RKiSH und die Zukunftsaussichten.

Gespräch mit …

Angela Hoyer, Dipl.-Verwaltungswirtin, M.A.
Leiterin Fachbereich Personalmanagement und Kommunikation

In Stellenausschreibungen steht oft als Selbstbeschreibung, die RKiSH sei ein „junges, dynamisches und aufgeschlossenes“ Unternehmen. Können Sie das ein bisschen mit Leben erfüllen?

Das junge Unternehmen sehe ich nicht im Sinne von „Hier arbeiten nur junge Menschen“. Wir sind ja tatsächlich ein vergleichsweise junges Unternehmen, uns gibt es erst seit 2005. Dynamisch steht für abwechslungsreich. Man weiß nie, was beim nächsten Einsatz passiert. Aber auch innerhalb des Unternehmens und des gesamten Rettungsdienstes steckt eine so große Abwechslung in den Aufgaben, dass ich hier vom Rettungsassistenten und Notfallsanitäter über Lageristen bis zur Betriebswirtin eine Vielfalt an Berufen finde. Aufgeschlossen sind wir für neue Herausforderungen, denen wir uns immer wieder stellen, aber auch gegenüber unseren Mitarbeitern. So kommt es, dass wir im mittleren Management und bis hinauf in die Geschäftsführung Positionen mit ehemaligen Einsatzdienstmitarbeitern besetzt haben, die sich neben der Einsatzdiensterfahrung speziell für ihre Fachbereiche spezialisiert haben.

Ist das auch der Kern, der die RKiSH als Arbeitgeber ausmacht?

Jein. Zum Kern gehört noch mehr, zum Beispiel das Thema Arbeitsplatzsicherheit. Und auch die Mitarbeiterorientierung. Wir haben in unseren Unternehmenszielen formuliert, dass für uns zum einen natürlich der Patient im Mittelpunkt steht, zum anderen aber auch der Mitarbeiter. Beide stehen auf einer Stufe. Bei den Mitarbeitern kann man das schlicht in Leistungen abbilden, also Gehalt und Zusatzleistungen wie Entgeltumwandlung, betriebliche Altersversorgung und Gesundheitsmanagement. Das haben wir alles. Es hat aber auch etwas mit gutem Führungsstil zu tun. Egal auf welcher Hierarchie-Ebene man sich bei uns befindet, wir begegnen uns immer auf Augenhöhe. Geprägt von Respekt und Wertschätzung. Und schließlich haben wir unsere spezielle Mitarbeiterbeteiligung. Zu vielen neuen Themen veranstalten wir Workshops, tauschen uns auf Mitarbeiterebene aus und nehmen Ideen, Vorschläge und Gedanken auf.

Worauf legen Sie bei der Personalentwicklung das größte Augenmerk?

Zum einen ist die gute Führung das A und O. Das heißt, wir müssen unsere Führungskräfte entsprechend schulen. Sie müssen verinnerlicht haben, worum es im Unternehmen geht, wie wir miteinander umgehen, wie wir Mitarbeiter weiterentwickeln und fördern. Und was Wertschätzung bedeutet, das muss durch Maßnahmen umgesetzt und weitergegeben werden. Dieser Prozess hört nie auf. Zum anderen geht es um das, was wir im Personalbereich als „Ermöglichungsdidaktik“ bezeichnen. Wir wollen frühzeitig Potenziale erkennen, die unser Unternehmen voranbringen. Und diese Mitarbeiter dann durch gezielte Weiterqualifizierungen für neue Aufgaben fit machen, ob hier im Haus, an Fachhochschulen oder an Universitäten.

Sie erwähnten die Sicherheit als einen Kern des Unternehmens. Was heißt das genau?

Wir bieten einen sicheren Arbeitsplatz. Bei unseren Auszubildenden gehen wir mittlerweile dazu über, auch eine Übernahmegarantie bei bestandener Prüfung auszusprechen. Wer hier keine goldenen Löffel klaut, wie man bildhaft sagt, und ins Team passt, wird bei uns weiterbeschäftigt. Der Bedarf ist da. Wir haben jedes Jahr 32 Ausbildungsplätze und stellen noch einmal rund 30 weitere Mitarbeiter ein, vor allem Mitarbeiter im Einsatzdienst.

Weil Kolleginnen und Kollegen aufhören oder weil es neuen Bedarf gibt?

Wir haben tatsächlich einen neuen Bedarf. Die Bevölkerung wird immer älter, entsprechend steigt das Krankheitsrisiko, und damit steigen unsere Einsatzzahlen stetig. Und nach den Prognosen wird das in den nächsten Jahren weitergehen. Demnach müssen wir innerhalb der nächsten zehn Jahre 400 bis 600 Leute einstellen.

Das Unternehmen wächst also. Gibt es Dinge, die Sie neu etablieren wollen?

Mein Ziel ist es, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch besser berufliche Entwicklung aufzeigen und sie aktiv in ihrer Karriere unterstützen können. Wie kann ich mich entwickeln? Was ist das Richtige für mich? Also eine Art Selbst-Standortbestimmung mit Fahrplan. Früher hieß es oft, der Rettungsdienst sei eine Karrieresackgasse. Heute zeigen unsere Mitarbeiterbefragungen, dass es in der RKiSH schon ganz gut gelingt, diese Entwicklungsmöglichkeiten und unsere Angebote dazu sichtbar zu machen. Und das ist für uns Ansporn, in dieser Richtung weiterzuarbeiten.

Welche Wege können Sie den Mitarbeitern für die eigene Entwicklung aufzeigen und anbieten?

Wir haben in den vergangenen Jahren einige Mitarbeiter weiterqualifiziert oder gefördert, die heute eben nicht ausschließlich im Einsatzdienst arbeiten. Sie haben parallel dazu mit einem gewissen Stundenanteil weitere Funktionen und Verantwortung übernommen. Wir haben Teamleiter, also neben den klassischen Wachenleitern viele Fachverantwortliche. Es haben sich Teamstrukturen herausgebildet. Und damit schlagen wir wiederum zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir schaffen Perspektiven für unser Einsatzdienstpersonal. Und zwangsläufig existiert in jedem Team ein ganz natürliches Gespür für die Belange des Einsatzdienstes, also das, worum es im Kern bei uns geht.

Was müssen Bewerber und Mitarbeiter mitbringen, um in der RKiSH zu arbeiten?

Ganz wichtig ist soziale Kompetenz. Wenn ich im Rettungsdienst dauerhaft gerne arbeiten möchte, muss ich in erster Linie mit Patienten umgehen. Ich muss Patientenkontakt mögen und können, ich muss auf die unterschiedlichsten Menschen eingehen können und mich im Zweifel auch mal zurücknehmen. Ebenso wichtig ist Teamfähigkeit. Der Job findet im Team statt. Ich bin nie alleine bei meiner Arbeit, immer mit mindestens einem Kollegen zusammen.

Für junge Menschen ist dennoch der Schichtdienst sicher der größte Hinderungsgrund für eine Ausbildung?

Oft, ja. Schichtdienst bringt auch Belastung mit sich. Wenn man aber mit Kolleginnen und Kollegen im Schichtdienst spricht, macht man auch viele positive Erfahrungen. Ich kann etwa zum Arzt gehen, ohne mir dafür frei nehmen zu müssen. Ich kann meinen Schichtplan so gestalten, dass ich dann frei habe, wenn ich es brauche. Und ich habe auch mal in der Woche entspannt Zeit für Erledigungen, Einkäufe oder Behördengänge. Und auch hier hilft die RKiSH-typische Fokussierung auf den Einsatzdienst. Weil wir uns eben nur mit Rettungsdienst beschäftigen, haben wir ein großes Verständnis für diese Herausforderung und geben jeder Wachengemeinschaft die Möglichkeit, ganz individuell mit diesem Thema umzugehen.

Sie sind von Anfang an, also seit 2005, bei der RKiSH, vorher haben Sie in der Kreisverwaltung gearbeitet. Wie war das hier damals beim Start?

Ich erinnere mich an ganz viel Aufregung, an ganz viel Neues. Es gab Euphorie, aber vielleicht auch positives Chaos. Wir waren in den ersten ein, zwei Jahren mit so vielen Dingen konfrontiert. Letztendlich wurde aus vier Firmen die RKiSH. Alle, die wir da waren, haben viel gearbeitet. Alle mit großer Begeisterung, weil wir dafür gebrannt haben, was hier passiert. Das war etwas Einmaliges. Und ganz persönlich war damit natürlich auch die riesige Chance verbunden, seinen Arbeitsplatz zu gestalten, wie man ihn gerne hätte.

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