Wacken Open Air 2026: Eingespielte Zusammenarbeit sorgt für ein sicheres Festival
In der Festivalwoche wächst der Ort Wacken auf über 100.000 Menschen an und wird damit in dieser Zeit zur drittgrößten Stadt Schleswig-Holsteins. Wir stellen währenddessen die rettungsdienstliche Versorgung der Einwohner*innen der anliegenden Gemeinden sowie der Festivalbesucher*innen sicher. In Summe waren über den gesamten Veranstaltungszeitraum knapp 300 RKiSH-Mitarbeitende im Einsatz: Rettungsfachkräfte (Notfallsanitäter*innen und Rettungssanitäter*innen), Notärzt*innen und Einsatzführungspersonal, aber auch Logistik und Technik wie Funk und IT gehörten dazu.
Rund 660 Ehrenamtliche im Einsatz
Wir als Rettungsdienst kommen auf dem Festival selbst immer dann zum Einsatz, wenn der Zustand eines/einer Patient*in die Möglichkeiten des Sanitätsdienstes übersteigt und übernehmen dann die weitere Behandlung und den Transport in eine geeignete Klinik. So erfüllen wir auch dort unseren gesetzlichen Sicherstellungsauftrag.
Klar abzugrenzen davon ist der Sanitätsdienst des Veranstalters, der sich um die Behandlung auf dem Festivalgelände kümmert. Für die medizinische Versorgung der Festivalgäste standen in diesem Jahr rund 660 ehrenamtliche Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes bereit. Rund um die Uhr sorgten sie gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei, Ordnungsbehörden und den Veranstaltern dafür, dass medizinische Hilfe jederzeit schnell und professionell geleistet werden konnte.
Medizinische Versorgung auf gewohnt hohem Niveau
Insgesamt wurden ca. 3.600 Patientinnen und Patienten im Sanitätscamp, dem „Krankenhaus Wacken“, medizinisch versorgt. Bei rund 220 von ihnen übernahmen wir als RKiSH die weitere Behandlung und den Transport in umliegende Krankenhäuser. Damit bewegte sich das Einsatzgeschehen im langjährigen Durchschnitt des Festivals.
Die sommerlichen Temperaturen führten allerdings erwartungsgemäß zu einer erhöhten Zahl medizinischer Hilfeleistungen im Vergleich zum eher unterdurchschnittlichen Vorjahr. Dies lag aber nicht an der direkten Hitzeeinwirkung. Dank des großartigen Wetters waren die Metalheads deutlich mehr unterwegs und genossen die Party.
Zwischen Routine und besonderen Einsätzen
Neben den zahlreichen medizinischen Routineeinsätzen gab es auch einige außergewöhnliche Momente. So betreute der Rettungsdienst eine werdende Mutter, deren Kind beinahe auf dem Festivalgelände zur Welt gekommen wäre.
Auch die Feuerwehr berichtete von einem eher ungewöhnlichen Einsatz: Ein Rehbock hatte sich in einem Waldstück, das durch die Absperrungen des Festivals abgeschlossen war, befunden und konnte durch die Einsatzkräfte sicher ruhigere Umgebung begleitet werden.
Koordiniertes Vorgehen bei verdächtigem Vorfall
Kurze Kommunikationswege und eingespielte Abläufe ermöglichten jederzeit ein koordiniertes Handeln zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Ordnungsbehörden und Veranstalter. Dies zeigte sich auch bei einem Vorfall außerhalb des Festivalgeländes, über den bereits in den Medien berichtet wurde: Nach einem verdächtigen Fund war vorsorglich der Kampfmittelräumdienst hinzugezogen worden. Die Überprüfung hatte jedoch schnell ergeben, dass es sich um Warngeräte handelte, die bei Gleisbauarbeiten eingesetzt werden.
20 Jahre Zusammenarbeit beim WOA
Ehrung für Volker Böhm
Großveranstaltungen wie das Wacken Open Air wären ohne das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht denkbar. Hunderte Einsatzkräfte investieren jedes Jahr einen Teil ihrer Freizeit oder ihres Urlaubs, um die medizinische Versorgung der Festivalgäste sicherzustellen. Die ehrenamtlichen Kolleg*innen überraschten RKiSH-Gesamteinsatzleiter Volker Böhm in diesem Jahr mit einer Ehrung: Seit 20 Jahren arbeitet das DRK-Kaltenkirchen in Wacken erfolgreich mit ihm zusammen. Mit einer Urkunde dankten sie ihm für die bisherige gemeinsame Zeit.
Volker Böhm brachte dann auch die Aufgabe des Sanitätsdienstes auf den Punkt: Am besten sei es, wenn die Besucherinnen und Besucher den Rettungsdienst kaum wahrnehmen, weil Hilfe geleistet werde, wo immer sie nötig sei, ohne den Festivalbetrieb unnötig zu beeinträchtigen. Genau dieses Ziel wurde auch in diesem Jahr erreicht.
Für die RKiSH und ihre Partner endet damit ein weiterer erfolgreicher Einsatz, bei dem die Sicherheit der Besucher*innen jederzeit gewährleistet werden konnte.