Schüler fit fürs Leben retten

von Stefan Preuß

Itzehoe – Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, jederzeit: bei einem Unfall, auf dem Fußballplatz, in der Schule oder zu Hause. Je schneller dann mit der Wiederbelebung begonnen wird, desto höher ist die Überlebenschance. Aber nur wenige Menschen werden im entscheidenden Moment wirklich aktiv. „Deshalb kann nicht früh genug damit begonnen werden, Laien mit Wiederbelebungsmaßnahmen vertraut zu machen“, betont Priv.-Doz. Dr. Marko Fiege, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie im Klinikum Itzehoe.

Bereits im vierten Jahr führt das Klinikum deshalb die „Woche der Wiederbelebung“ durch. Mitarbeiter des Klinikums und der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) sowie Auszubildende der Krankenpflegeschule sind derzeit in 15 weiterführenden Schulen im gesamten Kreis Steinburg unterwegs, um Jugendlichen die lebensrettenden Handgriffe beizubringen. Mehr als 100 Helfer sind im Einsatz, rund 1.600 Schüler nehmen teil. In diesem Jahr hat Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg die Schirmherrschaft übernommen und machte sich während des Unterrichts in der Gemeinschaftsschule Kellinghusen ein Bild von der Aktion. „Jeder kann mit eigenen Händen Leben retten. Ersthelfer sind das erste und oft entscheidende Glied in der Rettungskette“, betonte Garg und dankte für das „vorbildliche Engagement“. Der Minister feuerte die Schülergruppen nicht nur bei einem kleinen Wiederbelebungs-Wettbewerb an, sondern stellte auch selbst unter Beweis, dass er fit fürs Leben retten ist. Der größte Fehler sei, im Notfall nichts zu machen, betonte er. Die Aktion sei auch deshalb so wertvoll, weil sie dabei helfe, die Hemmschwelle zu senken. „Alles ist besser als nicht zu helfen!“, appellierte er an die Schüler. „Und es gibt kaum etwas Tolleres als zu helfen und Leben zu retten.“

Das sehen die Schüler nach ihrem Training genauso. Untätig bleiben ist für sie keine Option mehr. „Es ist ein bisschen anstrengend, aber nicht so schwierig“, waren sich Fynn (13), Paul Laurens (12), Jonas (12) und Sophie (12) aus dem 7. Jahrgang einig, die beim Reanimations-Battle die Nase vorn hatten. „Wir würden uns jetzt auf jeden Fall trauen, im Notfall zu helfen.“

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