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Pioniere in der Notfallversorgung - Erster Jahrgang Notfallsanitäter macht Examen

von Christan Mandel

Heide – „Herzlich Willkommen! Sie sind nun in wenigen Minuten die ersten vollausgebildeten Pioniere der zukünftigen außerklinischen Notfallversorgung in unserer Region.“, begrüßte Jan Osnabrügge als stellvertretender Geschäftsführer der RKiSH die neuen Kolleginnen und Kollegen bei der Freisprechung des ersten Vollzeit-Notfallsanitäterkurses der RKiSH am vergangenen Freitagabend in den Räumen des Bildungszentrums am WKK Heide.

Im Jahr 2014 wurde im Rettungsdienst ein neues Berufsbild eingeführt – der Notfallsanitäter. Der Gesetzgeber hat die Anforderungen an einen Lehrberuf im Rettungsdienst an den heutigen Bedarf angepasst. So wurden eine dreijährige Lehrzeit und eine Ausbildungsvergütung etabliert, Regelkompetenzerweiterungen geschaffen, sowie die Erweiterung der Ausbildungsinhalte zum Beispiel im Bereich der Kommunikation und Interaktion in der Notfallmedizin vorgenommen.

Die RKiSH hat die Ausbildung in großen Teilen bereits seit 2009 für den vorherigen Lehrgang zum Rettungsassistenten so praktiziert, wie es nun für die neuen Notfallsanitäter gesetzlich vorgeschrieben ist, da das Unternehmen es zur Sicherheit seiner Patienten schon damals für notwendig gehalten hat.

Deutlich verlängert wurden im Notfallsanitätergesetz die Ausbildungszeiten. So mussten die heutigen Absolventen 1.920 Stunden theoretischen Unterricht an der RKiSH-Akademie leisten. 1.960 Stunden praktische Ausbildung an einer unserer Lehrrettungswachen und 720 Stunden klinische Lehrzeiten in den Partnerkrankenhäusern vermittelten den jungen Rettungsfachkräften in den drei Jahren ein gutes Fundament an Wissen und Fähigkeiten.

„Das Lernen ist nie vorbei! Jetzt geht es darum, das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen. Das ist ein sich ständig wandelndes und neu zu justierendes Ziel.“ betonte Henning Sander, Leiter der RKiSH-Akademie, in seiner Rede zur Freisprechung der frischgebackenen Notfallsanitäter. „Ihr seid der erste Kurs nach dem neuen Notfallsanitätergesetz, der das Examen geschafft hat. Das macht euch, aber auch uns sehr stolz!“

Die gründliche Vorbereitung der Auszubildenden auf das Staatsexamen und ihre anschließenden Aufgaben haben über zwanzig Dozenten an der RKiSH-Akademie in Heide sowie die Ausbilder an den Rettungswachen und Kliniken geleistet.

Das Angebot der Ausbildung, die auf qualitativ höchstem Niveau zur Sicherheit der Patienten das gesetzliche Maß übersteigt, ist ein langjähriges Ziel des Konzeptes der Akademie. Ständiges Training gehört dabei zum Kernstück der dreijährigen Lehrzeit. Dies ist eine der Besonderheiten bei der Ausbildung im größten kommunalen Rettungsdienst in Deutschland, da mit Simulation verschiedener Einsatzlagen realitätsnah geübt werden kann.

Dabei haben die Prüflinge die Arbeit und Kommunikation im Team unter hohem Druck sowie unterschiedlichste Szenarien als erstes an den menschengetreuen Übungspuppen im Erwachsenen-, Kindes- und Babyalter trainiert. Die Hightech-Simulatoren reagieren realistisch auf Medikamentengaben und andere Maßnahmen. Atmung und Puls können kontrolliert werden, sie schwitzen und weinen. Außerdem werden in einer 142 Quadratmeter großen Halle der Akademie komplexe Unfallszenarien geschult. Drei Trainings-Rettungswagen mit umfangreicher Videotechnik zur Nachbesprechung der Übungssituationen runden das Simulationsangebot ab.

Zufrieden mit dem Prüfungsergebnis zeigte sich auch der Ärztliche Leiter der RKiSH, Dr. med. André Gnirke. „Die neuen Notfallsanitäter sind die ersten Absolventen einer bundesweit komplett neu geformten Ausbildung in der Notfallmedizin und damit das Grundgerüst zukünftiger Versorgung außerhalb eines Krankenhauses.“

Bereits im August startet der neunte Ausbildungsjahrgang zum Notfallsanitäter an der RKiSH-Akademie. Damit beschäftigt die RKiSH weit mehr als 100 Auszubildende in allen drei Jahrgängen.

(cm)

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