11 November, 2011 - 15:46


Rettungswagen mit einzigartigem Beladesystem und neuem Design vorgestellt
Donnerstagvormittag stellte die RKiSH in der Rettungsdienst Akademie in Heide ihren neuen „Innovations-RTW“ vor.

Innovatives Tragensystem
Den größten Unterschied zu den bisher eingesetzten Fahrzeugen bildet eine Trage, die sich mithilfe eines Elektromotors höhenverstellen lässt. Die sanfte Verstellung ist schonender für den Patienten und entlastet das Personal.

Das Beladesystem ist völlig neu und bislang einzigartig auf dem Markt, es macht das Be- und Entladen des Patienten sowohl schnell als auch sehr angenehm möglich .

„Pro Einsatz entsteht unseren Kollegen fast eine Tonne Kraftaufwand. Die neue Trage allein wird unsere Kollegen um durchschnittlich 590kg pro Einsatz entlasten“, erläutert Jan Noelle. Der Rettungsingenieur stellte das neue System – in der praktischen Demonstration unterstützt von einigen Auszubildenden – der Presse und der interessierten Fachöffentlichkeit aus ganz Schleswig-Holstein vor.



Die Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein ist der weltweit erste Rettungsdienst, der die elektrische Trage der spanischen Firma Kartsana Medical im täglichen Einsatzdienst testet. Die notwendigen Crashtests und Sicherheitszertifizierungen wurden erst kürzlich abgeschlossen.

Die RKiSH sorgt dabei auch für eine wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts: Ein Student des „Rescue Engineering“-Studiengangs der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaft wird dieses Projekt im Rahmen seiner Bachelorarbeit begleiten und auswerten. Das Fahrzeug wird dabei auch außerhalb der eigenen Region eingesetzt, da auch andere Kreise in Schleswig-Holstein auf den Prototyp zugreifen können.

Für die RKiSH stellt das neue Tragensystem den größten Meilenstein in der Verbesserung der täglichen Arbeitsbedingungen der Rettungsassistenten seit einigen Jahrzehnten dar. Damals lösten die noch heute verwendeten „Rollentragen“ das klassische Tragenmodell ab.


Verbessertes Sicherheitsdesign
Neben dem Tragensystem verfügt der Innovations-Rettungswagen über weitere Neuerungen:

Ins Auge springt dabei sofort die Warnmarkierung am Heck, die die Sicherheit von Patienten und Personal an Bord und an Unfallstellen weiter zu erhöhen hilft.
Eine weitere Änderung gab es bei der Innenbeleuchtung. Neben der hellen Innenbeleuchtung, die für die Versorgung des Patienten wichtig ist, gibt es eine weitere Lichtquelle, die sanfteres, blaues Licht abgibt.  Damit soll den Patienten der Stress genommen und eine beruhigende Stimmung erreicht werden.

 


Erweiterte Ausrüstung
Die letzte Änderung ist wenig augenfällig, doch nicht weniger wichtig. Seit geraumer Zeit wird in der RKiSH flächendeckend ein neues, weltweit standardisiertes System zur Versorgung verunfallter Patienten geschult und angewendet. Das Rettungsdienstpersonal ist dabei angehalten, je nach Verletzung möglichst kurze Zeit am Einsatzort zu verweilen und den Patienten schnell in die Klinik zu befördern. Aus diesem Grund verwendeten vor allem amerikanische Rettungsdienste bisher ein „Spineboard“, ein spezielles Brett, auf dem Patienten mit Wirbelsäulenschäden gelagert werden können. In deutschen Rettungsdiensten (auch in der RKiSH) wird bisher eine Kombination aus Schaufeltrage und einer speziellen Vakuummatratze angewendet, die Vorteile hat, aber mehr Zeit kostet als die Arbeit mit dem „Spineboard“.
Aus diesem Grund stattet die Rettungsdienst Kooperation erstmalig einen Rettungswagen zusätzlich mit einem sogenannten „Spineboard“ aus.

Wie geht es weiter?
Nach der Präsentation ist der neue Rettungswagen noch am Abend an der Rettungswache Heide-Süd in den normalen Einsatzdienst gestellt worden und hatte dort um 18:30 seinen ersten Einsatz. Er wird in den nächsten Monaten an verschiedenen Wachen der Rettungsdienst Kooperation und anderer Rettungsdienste in Schleswig-Holstein im regulären Einsatzdienst getestet. Anschließend wird das Projekt ausgewertet – wir halten Sie auf dem Laufenden!

NDR Beitrag zum Innovations-RTW

 

 

Pressemitteilung
Neues Beladesystem für Rettungsfahrzeuge in Schleswig-Holstein
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